Kinder lernen vom Beginn ihres Lebens an. Durch unterschiedliche Rahmenbedingungen entwickeln sie sich aber sehr unterschiedlich.

Mit Beginn der Schulpflicht müssen sich Schulen auf eine Lerngruppe von Schulanfängern einstellen, deren Entwicklungsstand und Voraussetzungen für erfolgreiches Lernen sehr heterogen sind.

Durch eine Flexibilisierung der Schuleingangsphase kann der Start in der Grundschule für alle Kinder erfolgreicher gestaltet werden. Besonders erfolgreiche Schüler können die ersten zwei Schuljahre in einem Jahr durchlaufen, Schüler mit schlechteren Voraussetzungen und sehr junge Schulanfänger können drei Jahre in den ersten zwei Jahrgängen lernen.

Zielsetzung der Schuleingangsphase ist es, alle schulpflichtigen Kinder in die Grundschule aufzunehmen und sie dem Grad ihrer Schulfähigkeit entsprechend zu fördern. In den Stammgruppen, die die Klassen 1,2 und 3 umfassen, lernen Schülerinnen und Schüler mit günstigen Lern- und Entwicklungsvoraussetzungen und besonderen Begabungen gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern, die nicht diese günstigen Voraussetzungen mitbringen.

Die Kinder lernen in jahrgangsübergreifenden Stammgruppen. Langsam lernende Schülerinnen und Schüler können Lerninhalte wiederholen, ohne dass sie die vertraute Lerngruppe wechseln müssen. Ein Lerngruppenwechsel nach einem Jahr wird somit vermieden. Besser Lernende haben die Möglichkeit, schon nach einem Jahr die Jahrgangsstufe 3 zu erreichen. Die Verweildauer der Eingangsphase beträgt somit 1- 3 Jahre. Das dritte Schulbesuchsjahr soll nicht auf die Schulpflicht angerechnet werden.

Jede Stammgruppe der Schuleingangsphase soll für je zwei Stunden am Vormittag mit zwei Lehrkräften, bzw. einer Lehrerin und einer Erzieherin besetzt sein.

Selbstgesteuertes Lernen und gemeinsame Lernprozesse in der Stammgruppe stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander.Individualisierung und Differenzierung bestimmen das Lernen in den jahrgangsübergreifenden Gruppen und auch die jahrgangsbezogene Organisationsform des Unterrichts in der Schuleingangsphase.

Durch Doppelbesetzungen werden unterschiedliche Kleinlerngruppen gebildet, die phasenweise und abhängig vom aktuellen Lernstand gefördert und gefordert werden.Der Schultag ist für die Kinder rhythmisiert, der Unterricht findet in Blöcken von 90 Minuten statt. Je nach schulischem Entwicklungsstand der Kinder endet der Vormittag nach der 4. bzw. 5. Stunde. Die Unterrichtsmaterialien sind so gestaltet, dass sie ein möglichst selbstgesteuertes Lernen ermöglichen.Den Kindern stehen zwei Räume zur Verfügung. Ein Raum ist so gestaltet, dass er der Entspannung, dem freien Spiel und der Förderung von vorschulischer Erziehung dient.

Im Anmeldeverfahren im Herbst des Jahres vor der Einschulung erfolgt die Feststellung der individuellen Schulfähigkeit, einschließlich des Sprachstands. Daraus resultieren Förderhinweise für die Zeit bis zur Einschulung und für die Schuleingangsphase.